Tyrannen: Entstehung und Heilung

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BEGINN Tyrannen: Entstehung und Heilung

Dieser Kurs wird derzeit nur im Kursformat Einzelstudium angeboten!

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Tyrannen sind Rätsel und Herausforderung für uns. Deshalb meinen wir Stärke zu sehen, wo eigentlich Zerbrechlichkeit ist, meinen Absicht zu erkennen, wo Instinkte herrschen, und nehmen bewusste Wahl an, wo nur Getriebensein herrscht. Geblendet von unserer falschen Wahrnehmung, kämpfen wir immer weiter gegen die Symptome an und verfestigen sie, obwohl wir sie doch auflösen wollten. Wir können kein Problem in Angriff nehmen, welches wir nicht wirklich verstehen.

In diesem Kurs kombiniert Dr. Neufeld seine Expertise im Bereich der Entwicklungspsychologie mit seiner beruflichen Erfahrung mit Tyrannen, um die Syndrome bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen. Seine erfrischenden entwicklungspsychologischen Analysen ebnen den Weg für langanhaltende und tiefe Veränderung. Jeder Mensch kann zum Tyrannen werden, und jeder Tyrann hat das Potential, ganz Mensch zu werden.

Dieser Kurs kann von Institutionen und Organisationen gebucht werden, welche Unterricht vor Ort durch das Lehrpersonal des Neufeld Instituts wünschen. Alternativ kann der Kurs auch als Fernstudium belegt werden. Das Fernstudium beinhaltet 4,25 Stunden Videomaterial, welches auf vier Sitzungen aufgeteilt ist.

In unserem Kurs geht es vor allem um konkrete und praktische Anwendungen im Umgang mit Tyrannen, besonders im Rahmen von Schulsituationen. Erzieher und Schulleiter werden dies nützlich finden bei der Entwicklung von Grundsätzen und Maßnahmen, ebenso wie beim Entwickeln von Präventions- und Interventionsprogrammen.

Kursbeschreibung

Wenn wir einmal verstanden haben, wie Tyrannen gestrickt sind, können unsere Versuche, sie von der Tendenz zur Tyrannei zu befreien sehr effektiv und nachhaltig sein. Die vorherrschende Herangehensweise an dieses Problem geht davon aus, dass Tyrannei entweder gelerntes Verhalten ist oder ein Resultat von nicht gelernten sozialen Fähigkeiten. Im Gegensatz dazu zerlegt Dr. Neufeld das Tyrannensyndrom und zeigt seine tiefen, instinktiven Wurzeln im Wechselspiel von Bindung und Verletzlichkeit.

Das Rätsel der Tyrannen
Die meisten Versuche, Tyrannen zu verändern oder ihnen sogar eine Lektion zu erteilen, sind nicht nur nutzlos, sondern sogar kontraproduktiv. Der Grund dafür ist, dass die meisten Interventionen blind für die Entstehung  von Tyrannei sind. Tyrannenverhalten ist für viele nach wie vor ein Rätsel, was die Arbeit mit Tyrannen  problematisch gestaltet. Wie kann man mit etwas umgehen, dass man eigentlich nicht wirklich versteht? Dafür gibt es mindestens drei Gründe. Erstens: Wenige Tyrannen würden sich selbst als solche bezeichnen oder ihre Tyrannei zugeben. Zweitens: Tyrannen mangelt es an Introspektion, sie können uns daher nichts über sich erzählen. Drittens: Das gewalttätige Verhalten von Tyrannen lenkt von den Hauptproblemen und darunterliegenden Dynamiken ab. Die Symptome sind sozialer Natur, die zugrundeliegende Störung ist psychologisch. Die Gewalt findet Ausdruck im Miteinander der Kinder, aber die Ursache der Probleme liegt in der Beziehung zu Erwachsenen. Das Verhalten zeugt von Härte, aber die Empfindlichkeit für Kränkungen ist  stark. Das Verhalten ist sehr aufdringlich und fordernd, die Persönlichkeit ist hingegen abhängig und unreif. Wenn wir es nicht schaffen, etwas Licht in die Innenwelt eines Tyrannen zu bringen, werden unsere Interventionen unweigerlich ihr Ziel verfehlen.

 

Das Tyrannensyndrom
Der Schlüssel zum Verständnis eines Tyrannen liegt nicht darin, zu sehen, wie er handelt, sondern in dem, was ihm fehlt. Wenn man die dem gewalttätigen Verhalten zugrundeliegenden Faktoren betrachtet, werden riesige Lücken sichtbar. Erstens wird deutlich, dass dem Tyrannen ein Gefühl von Verantwortlichkeit fehlt. Es gibt meistens zwei Gründe für dieses Defizit: a) Fehlen des grundlegenden  Gefühls, selbst aktiv Handelnder zu sein (Selbstwirksamkeit) oder/und   b) das Kind ist zu sehr gegen Verletzlichkeit gepanzert, um sich verantwortlich zu fühlen. Beides scheint auf Tyrannen zuzutreffen. Wenn man versucht, den Tyrannen verantwortlich zu machen, wird dies nichts an dieser Befindlichkeit ändern und ihn nur davon überzeugen, dass die Erwachsenen gegen ihn sind, was ihn dazu bringt, sich noch mehr  zu panzern. Wenn der Tyrann in der Lage wäre, sich verantwortlich zu fühlen.

Zweitens wird deutlich, dass dem Tyrannen adaptive Fähigkeiten fehlen. Der Tyrann kann  mit Veränderungen nicht umgehen und sucht daher immer das Vertraute. Der Tyrann lernt nicht aus Fehlern oder negativen Erfahrungen; ein Scheitern bewegt ihn nicht zwangläufig zu einer Veränderung. Tyrannen  haben weder Erfindungsreichtum noch Resilienz. Erwachsenen, welchen diese Dysfunktion nicht klar ist, werden unweigerlich noch eins draufsetzen: Sie reagieren auf die Tyrannei mit noch mehr Konsequenzen, versuchen dem Tyrannen eine Lektion zu erteilen, die ihn dazu bringen soll, sein Verhalten zu ändern. Wenn das Kind jedoch in der Lage zur Adaption wäre, so wäre es gar  kein Tyrann geworden. Konsequenzen können Wunder bei denen bewirken, welche die Vergeblichkeit ihrer Handlungen fühlen können. Aber Konsequenzen verbittern und provozieren all jene, welche die Vergeblichkeit gar nicht fühlen können.

Drittens fehlen Tyrannen oft integrative Funktionen. Tyrannen können nicht leicht mit anderen zusammen sein – wenigstens nicht, ohne dass einer sich um des lieben Friedens willen ändert. Außerdem Ihnen fehlen die gemischten Gefühle. Das ist der Grund für ihre heftigen  Erfahrungen und ungemäßigten Ausdrucksformen. Sie sind impulsiv, zwanghaft, starr, schamlos, haben eine dogmatische Persönlichkeit und sind oft rücksichtslos und unsensibel in ihren Beziehungen. Dieses Defizit kann nicht durch das Trainieren von sozialen Fertigkeiten oder durch das Bewusstmachen der fehlenden Empathie beseitigt werden. Das Fehlen von integrativen Funktionen ist eine psychologische Unreife und tief verwurzelt. Wenn diese Kinder sich nicht aus diesen Blockaden lösen können, werden sie ihr Leben lang impulsiv bleiben. Wenn sie impulsiv bleiben, ist die Gefahr größer, dass sie sich unzivilisiert verhalten, außer wenn ihr Verhalten von jemanden gelenkt wird, zu dem sie aufschauen.

Hinzu kommt, dass Tyrannen kein normales Bindungsgefühl gegenüber denen empfinden, die für sie verantwortlich sind. Wenn man diese Elemente richtig versteht, versteht man auch die Natur und Persönlichkeit des Tyrannen besser und kann besser auf sie eingehen. Wenn tyrannische Kinder mit anderen zusammen sind, kommt es oft zum Mobbing.

Das Phänomen des Tyrannen ist die Frucht zweier sehr tief liegender Probleme. Jedes dieser Probleme tritt häufig auf und führt allein nicht zur Tyrannei. Erst die Kombination der beiden Faktoren äußert sich im Phänomen des tyrannischen Verhaltens. Eines der beiden Probleme ist das Problem der falsch geordneten Bindungen. Anstatt umsorgt zu werden und abhängig von denen zu sein, die für ihn verantwortlich sind, versucht der Tyrann sie zu dominieren. Diese anormale Bindungsstruktur wird durch verschiedene Faktoren hervorgerufen, denen wir uns in diesem Kurs widmen werden.

Das zweite Problem äußert sich in einer emotionalen Verhärtung und Desensibilisierung. Irgendwo im  Entstehungsprozesses des Tyrannens wurde die Verletzlichkeit überwältigend. Dies hat zu einer Panzerung gegen verletzliche Gefühle geführt und gegen solche Wahrnehmungen, welche zu Gefühlen der Verletzbarkeit führen könnten. Es gibt viele verschiedene Faktoren, die zu dieser Reaktion führen, einige innerhalb und viele außerhalb des Einflussbereiches der Eltern. Ein Kind, dass gelernt hat, die eigenen Wunden nicht zu spüren, wird auch mit den Empfindsamkeiten von anderen schwer umgehen können. Wenn ein Kind darüber hinaus zu gepanzert ist gegenüber seiner Verletzlichkeit, als dass die Wut sich zu Weinen wandeln könnte, dann wird die Frustration faul, und das Kind wird aggressiv. Wenn man (z.B. durch Strafen) noch mehr Frustration hinzufügt, ist das so, als würde man Öl aufs Feuer gießen. Damit geht man das Risiko ein, das andere verletzt werden.

Sich dem Problem der Tyrannei zu widmen, ohne einen Blick auf deren tiefere Ursachen zu werfen, ist meist unwirksam oder bewirkt das Gegenteil. Der Schlüssel zur Beendigung des Tyrannenverhaltens sind angemessene Bindungshierarchien und eine große Toleranz gegenüber der Verletzlichkeit des Kindes. In unserem Kurs präsentieren wir Strategien, welche auf einem tiefen Verständnis basieren und in vielen Lebenslagen angewendet werden können.

Über die Entstehung unseres Kurs-Materials
Unseren Kurs-Materialien liegen jahrelange konkrete Erfahrungen zu Grunde; und zwar die Arbeit mit jungen Tyrannen in den verschiedensten Umfeldern. Im Gefängnis ist jeder  ein Tyrann und Mobber, ein Opfer, oder beides. Seit das Thema sowohl wissenschaftlich als auch pädagogisch-praktisch eingehender erforscht wird, zeigt sich das Tyrannen-Syndrom immer häufiger in den verschiedensten Kontexten: Von der Krabbelgruppe über den Kindergarten bis zur Schule. Vom Ansatz her wurzelt unserer Material im Wissen über die Dynamiken von Bindung, Verletzlichkeit und psychologischer Unreife. Diese drei Grundbegriffe sind der Schlüssel zum Verständnis des Tyrannenverhaltens und dessen Entstehung. Dieses Verständnis ebnet den Weg für Veränderung und das Auflösen der tyrannischen Persönlichkeitsstrukturen.  Die didaktischen Wurzeln unserer Materialien liegen in der großen Nachfrage von Pädagogen aus den verschiedensten Einrichtungen, die sich in der Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Tyrannenverhaltens tiefgründigeres Material gewünscht haben.

Zielgruppe/Anwendung

Tyrannen gibt es in jedem Alter, sie existieren in den verschiedensten Kontexten, sogar in Ehen und in der Wirtschaft. Die Dynamiken, denen wir uns in diesem Kurs widmen, sind also für die gesamte Gesellschaft relevant. Dieser Kurs ist daher  für jeden nützlich, der einen tieferen Einblick in das Thema Tyrannei und Mobbing bekommen möchte. Unser Hauptaugenmerk liegt jedoch auf Schulhoftyrannen. Er kann gebraucht werden, um das Wissen über diese Phänomene zu vertiefen, Interventionsstrategien zu entwerfen und umzusetzen und Präventionsmaßnahmen für Schulen und Gemeinden zu entwerfen.

Themen und Ziele des Kurses

Das Hauptanliegen des Kurses ist es, das Phänomen des tyrannischen Verhaltens von innen her zu verstehen und von diesem Verständnis aus den Weg für Veränderung zu bereiten.

 

Inhalte des Kurses

  • Eine einheitliche Definition des Themas Tyrannenverhalten und Mobbing, die es allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglicht, die verschiedenen Ausprägungen von Mobbing in den unterschiedlichsten Umfeldern zu erkennen.

  • Eine Innenperspektive auf  Schulhoftyrannen und Mobbing, um auf der Grundlage des Verstehens Schritte nachhaltiger Veränderungen zu ermöglichen.

  • Ein Verständnis für die Rolle der zunehmenden Gleichaltrigenorientierung wird entwickelt  und aufgezeigt, wie gängige Erziehungspraktiken die Entstehung von Tyranneinverhalten geradezu begünstigen.

  • Konventionelle Disziplinierungsmaßnahmen und soziales Lernen sind bei Tyrannei oft kontraproduktiv – wir erläutern warum.

  • Wir bieten die begrifflichen Werkzeuge an – speziell aus der Bindungstheorie und der Theorie der Verletzlichkeit – um das Tyrannensyndrom zu analysieren und seine Verwurzelung im instinktiven Verhalten nachvollziehbar zu machen.

  • Wir geben Ihnen Richtlinien an die Hand, die auf den Umgang mit Tyrannei zielen und in verschiedenen Kontexten wirksam sind.

  • Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Faktoren, welche es ermöglichen, die Sicherheit der Schüler zu garantieren.

 

Der Kurs wird Einsichten bringen für

  • Die 12 Ausprägungen des Tyrannen-Syndroms und ihre Wurzeln

  • Die Rolle des limbischen Systems bei der Entstehung von Tyrannei

  • Die dunkle Seite der Tyrannei

  • Die Bindungsprobleme von Tyrannen

  • Typische Fehler im Umgang mit Mobbing-Situationen

  • Inwiefern Mobber und Gemobbte aus demselben Holz geschnitzt sind

  • Warum Schulen regelrechte Tyrannenfabriken sind

  • Wie konventionelle Disziplinierungsmaßnahmen die Tyrannei nur noch verschärfen.

  • Warum Tyrannen dominieren wollen.

  • Hauptziele für erfolgreiche Interventionen

Lektion 1 - Einführung

Wie Tyrannen entstehen: Ein Überblick

  • Die Verwurzelung des Tyrannenverhaltens in Instinkt und  Emotionen

  • Tyrannenverhalten als Folge fehlgeleiteter Alpha-Instinkte

  •  Die Vorgehensweise des Tyrannen

 

Lektion 2

Das Problem der Verletzlichkeit

  • Die Entstehung des Problems Verletzlichkeit beim Tyrannen

  • charakteristische Eigenarten, die vom Verletzlichkeits-Problem herrühren

  • Tyrannen  und Unreife

 

Lektion 3

Die Bindungsprobleme der Tyrannen

  • Die Entstehung der Bindungsprobleme bei Tyrannen

  • Charakterzüge, die sich aus den Bindungsproblemen ergeben

  • Das Zusammenspiel der beiden Probleme: Bindung und Verletzlichkeit

  • Gleichaltrigenorientierung und Tyrannenverhalten

 

Lektion 4

Herausforderungen bei der Überwindung von Mobbing

  • Tyrannenverhalten – die Spitze des Eisbergs

  • Was nicht hilft

  • Tyrannenverhalten beenden

  • Erfolgreiche Präventionsmaßnahmen

  • Die wichtigsten Faktoren in der Kindererziehung: Gute Beziehung und weiche Herzen

 
 
 
 

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