Der Faktor Unterrichbarkeit: Der Neufeld-Kurs für Lehrer

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Online-Gruppenkurs mit Neufeld-Kursleiter Michael Miedaner und Neufeld-Kursleiterin Ute Weder-Jannaschk

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Unterrichten führt nicht immer zu Lernen; diese Diskrepanz scheint sich immer weiter auszubreiten. Und dies, obwohl Schüler heute noch nie intelligenter, Lehrer noch nie besser ausgebildet und unser Lehrplan noch nie ausgefeilter und unsere Technologien noch nie so fortgeschritten waren. 

 

Nach Dr. Neufeld hat das Problem mit der sinkenden Unterrichtbarkeit unserer Schüler zu tun. Der Faktor Unterrichtbarkeit bezieht sich auf die Bestimmungsgrößen des Lernens, die psychologischer Natur sind: Entwicklung, Beziehung, Motivation und Emotionen. Kultureller Wandel hat diese Faktoren verändert, dadurch wird die Arbeit des Lehrers viel schwerer als sie es war und auch als sie es sein sollte.


Nach Dr. Neufeld ist die Unterrichtbarkeit der am meisten übersehene, am wenigsten verstandene und vielleicht vielversprechendste Faktor, um Lernen zu verstehen. Die üblichen Erziehungsmethoden und auch Lehrpläne setzen die Unterrichtbarkeit der Schüler voraus und bilden die Grundlage für erhebliche Frustration der Lehrer, wenn sich diese Annahme nicht erfüllt.

Der Kurs wurde von Dr. Neufeld entwickelt, um das Verhalten von Schülern nachvollziehbar zu machen – für Lehrer, Verwaltungsangestellte und diejenigen, die mit Schülern zu tun haben. Es ist ein Ansatz, der mit Einsicht arbeitet und die relevanten Grundlagen des bindungsbasierten Entwicklungsansatzes nutzt, um die Themen und Herausforderungen, die bei der Erziehung und Bildung junger Menschen aufkommen, deutlich zu machen. Es geht hier besonders um die beiden wichtigsten Faktoren für Lernen und Verhalten: Entwicklungsblockaden und die Schüler-Lehrer-Beziehung. Interventionen ergeben sich logisch und direkt aus dem Verständnis um diese Faktoren.

Dieser Kurs ist einer der beliebtesten unseres Angebots. Das Videomaterial teilt sich in acht einstündige Lektionen. Er richtet sich an alle Erzieher und Lehrer und andere Berufsgruppen, die mit Schülern zu tun haben.

Kursbeschreibung

Der Unterrichtbarkeitsfaktor bezieht sich auf die Bestimmungsgrößen des Lernens, deren Natur psychisch ist: Entwicklung, Beziehung und Emotionen.
Es gibt Anzeichen dafür, dass die Unterrichtbarkeit von Schülern nachlässt. Die Auswirkungen auf die Erziehung und Bildung sind weitreichend. In dem Maße, dass dies stimmt, wird auch das Unterrichten immer schwieriger; trotz bester Voraussetzungen und Ausbildung heutzutage. Überdies geht die Schere zwischen dem Potential der Schüler und deren Leistungen immer weiter auseinander. Bessere Unterrichtsmethoden sind nicht die Antwort, die Unterrichtbarkeit erhöhen wäre es.


Was Lernen zugrunde liegt, sind die beiden wesentlichen psychologischen Prozesse der Bindung und Reifwerdung. Es gäbe keinen Grund, sich die Grundlagen von Lernen genauer anzuschauen, wenn es so funktionieren würde, wie es sollte. Doch für eine steigende Anzahl von Schülern ist dies nicht der Fall. Zum Wohle dieser Schüler ist es nötig, sich mit den grundlegenden Antriebskräften und deren Rolle für Lernen und Verhalten vertraut zu machen.


Der Prozess der Reifwerdung spielt bei Lernen und Verhalten eine wichtige Rolle. Statt einer einzigen Entwicklungskraft wie lange geglaubt wurde, sind es letztlich drei eigene Reifwerdungsprozesse.


Ein weiteres Missverständnis, das lange vorhielt, ist, dass diese Reifwerdungsprozesse in allen Kindern aktiv sind und durch entwicklungsfreundliche Pädagogik angesprochen werden können. Beispielsweise wurden alle Kinder für interessiert und neugierig auf ihre Umgebung gehalten; die Herausforderung des Lehrers bestand darin, in ihre Welt einzutreten. Diese optimistische Sicht hat sich als hoffnungslos naiv herausgestellt.


Es ist richtig, dass alle Kinder das Potential zu reifen, in sich tragen, doch diese Prozesse müssen aktiv sein im Kind, BEVOR sie für Erziehung und Bildung genutzt werden können. Wenn Kindern die Reife fehlt oder sie blockiert sind, dann ist die Unterrichtbarkeit in dem Maße genauso beeinträchtigt.

Beispielsweise befähigt der Reifungsprozess der Integration ein Kind, innere Konflikte zu erleben, was das Kind zur Selbstkontrolle bringt. Schüler, denen integrative Funktionen fehlen, sind impulsiv in ihrem Verhalten, haben ein Schwarz-Weiß-Denken, sind egoistisch in Beziehungen, wissen es besser als sie sich benehmen und können nicht von Auseinandersetzungen profitieren. Lehrer haben es schwerer im Umgang mit nicht-integrativen Kindern. Der Prozess der Adaption ermöglicht es einem Kind, aus negativen Erfahrungen wie Misserfolg und Fehlern zu lernen. Wenn dies nicht vorhanden ist, wird ein Schüler nicht aus Versuch-und-Irrtum lernen oder von Korrekturen profitieren. Diese Kinder machen die gleichen Fehler immer wieder, unfähig, von dem Misserfolg zu lernen. Eine der wichtigsten erzieherischen Werkzeuge des Lehrers ist Korrektur und über 80% des Lernens scheint über Versuch-und-Irrtum zu geschehen. Außerdem sind Konsequenzen bei Verhaltensauffälligkeiten bei diesen Schülern erfolglos. Die Auswirkungen nicht-adaptiv zu sein, hat bedenkliche Auswirkungen für Lehrer und Schüler gleichermaßen. Bedauerlicherweise beziehen sich unsere Lehrpläne auf adaptive, emergente und integrierte Funktionen bei den Schülern, und übergehen damit all die Schüler, die Defizite bei diesen Prozessen aufweisen. Diese Schüler benötigen einen alternativen Ansatz, zum einen, sie für das Lernen zu gewinnen und auch, um mit ihrem Verhalten umzugehen.


Schüler, die nicht psychologisch reif werden, sind damit Geschöpfe der Bindung. In anderen Worten, diese Kinder sind – unabhängig von ihrem Alter – nur in der Lage von denen zu lernen, an die sie gebunden sind oder die ihre Bindungsbedürfnisse erfüllen. Alles andere ist psychologisch gesehen irrelevant. Dies wäre kein Problem für Erziehung und Bildung, wenn sich Kinder spontan an ihre Lehrer binden würden oder der Lehrer ihr Kompasspunkt wäre. Es gab immer schon Kinder, die nicht reif wurden und trotzdem in der Lage waren, zu lernen. Tatsächlich sind bindungsbasierte Lernende teilweise hoch motiviert, wie andere Schüler es nicht sind. Beispielsweise lernen bindungsbasierte Lernende viel mehr über Nachahmung, von Vorbildern, durch Auswendiglernen, über Hinweise, durch Abbildungen, Orientierung und Klassifikationen.
Bindungsbasierte Schüler sind außerdem motivierter, die Erwartungen zu erfüllen und sich zu vergleichen, und für Anerkennung und Erfolg zu lernen. Das Problem ist, dass unsere heutige Kultur Erwachsenenorientierung und Schüler-Lehrer-Beziehungen nicht fördert. Moderner gesellschaftlicher Wandel untergräbt die traditionelle Erwachsenenorientierung von Schülern und macht eine Verbindung zu Lehrer weniger automatisch. Wenn man mit Schülern zu tun hat, die nicht reif werden, dann bleibt nur noch die Bindung, um sie zu motivieren – und dies meist auch noch ohne Grundvoraussetzung der Beziehung, die dafür nötig wäre.


Wenn Kinder, die nicht reif werden, sich außerdem auch nicht an ihre Lehrer binden, dann macht es sie geradezu nicht unterrichtbar. Die Antwort auf die schwindende Unterrichtbarkeit der Schüler ist nicht, besser zu unterrichten, sondern differenzierter.

Es ist wichtiger als je zuvor, sich dessen bewusst zu werden, was einen Schüler unterrichtbar macht und dieses Wissen zu nutzen, einen Kontext für den Unterricht zu schaffen.


Es besteht kein Zweifel, dass Bindung die stärkste Motivationskraft von allen ist, aber sie muss für Unterrichtszwecke nutzbar gemacht werden. In einer Kultur, die unfähig ist, Bindungen zu erhalten, müssen wir dies kompensieren, indem wir die Initiative ergreifen, die bindungsbasierten Schüler einzusammeln und sie unterrichtbar zu machen. Wenn wir nicht die Herzen dieser entwicklungsblockierten Schüler gewinnen, dann haben wir kaum einen Einfluss auf das, was sie lernen.

Anwendung und Zielgruppe

Dieses Material ist in jedem pädagogischen Kontext anwendbar und an alle gerichtet, die mit Schülern zu tun haben, von der Vorschulbetreuung bis zu Klasse 12, für pädagogische Hilfskräfte, Verwaltungsangestellte, Klassenlehrer, Schulberater, Sozialarbeiter, Psychologen; von der staatlichen Schule bis zur Reformpädagogik. Dieses Material ist auch für Home Educators geeignet. Viele Homeschooling-Materialien neigen sich mit einen pädagogischen Ansatz nach dem anderen zu überbieten und vernachlässigen oft den Unterrichtbarkeitsfaktor des individuellen Kindes.


Schüler, die nicht emergent sind, werden nicht von idealistischen Ansätzen profitieren, deren Fokus auf Interessen liegt und dem Kind die Führung überlässt.


Kinder, die nicht adaptiv sind, werden nicht von Korrektur und Versuch-und-Irrtumslernen profitieren. Gepanzerte Lernende sind sehr sensibel, was Bindungsfaktoren angeht und brauchen viel Struktur und Vertrautheit in ihrem Lernumfeld. Wenn man diese Faktoren, die die Unterrichtbarkeit ausmachen, versteht, sind Homeschool-Eltern in der Lage, den Ansatz, der am besten zu ihrem Kind passt, auszuwählen.

Themen und Ziele

  • das Bewusstsein für die Rolle von Bindung für Lernen und Verhalten erhöhen

  • den lähmenden Effekt von Unreife auf Lernen und Verhalten verstehen

  • die konzeptuelle Untermauerung der Bedeutung von Beziehung für das Unterrichten zur Verfügung stellen

  • ein Verständnis schaffen für die vier natürlichen Kontexte von Lernen und warum diese in der heutigen Gesellschaft untergraben werden

  • eine Erklärung geben, warum manche Kinder sich nicht entwickeln hin zu adaptiven, integrativen und unabhängigen Wesen

  • verstehen, warum Unterrichten immer schwerer wird, obwohl Lehrpläne, Technologien und Pädagogik immer fortschrittlicher werden

  • eine Verständnis kultivieren für die emotionalen Faktoren von Lernen und Verhalten

  • die Bedingungen erklären für die Panzerung gegen Verletzlichkeit und dessen Einfluss auf Lernen und Verhalten

  • das Problem der Entwicklungsblockade als das meist verbreitete Kindheitsproblem

  • die Fundamente des Bindungsansatzes erläutern

  • die Probleme von Konsequenzen und Sanktionen bei entwicklungsblockierten Kindern erklären

  • die Rolle von Emotionen für Lernen und Verhalten

  • Wege aufzeigen, die Panzerungen gegen Verletzlichkeit aufzuweichen

  • entwicklungsfreundliche Strategien im Umgang mit Problemen, die durch Entwicklungsblockaden entstehen, aufzeigen

 

Gliederung des Kurses

Lektion 1:

Einführung Unterrichtbarkeit

Diese Lektion beginnt mit einer Einführung in den Faktor der Unterrichtbarkeit, mit dem Problem und der These. Diese Lektion betrachtet die Rolle der emergenten Funktion beim Lernen und Verhalten; Neugier und das Gefühl der Wirkmächtigkeit. Wenn dieser Reifwerdungsprozess und seine Früchte nicht da sind, ist die Auswirkung auf das Arbeiten immens. Kinder müssen mit einem Minimum an emergenten Funktionen in die Schule kommen, damit unsere pädagogischen Methoden umsetzbar sind.

 

Lektion 2:

Unterrichtbarkeit und das adaptive Gehirn; Korrektur, Resilienz und neurale Plastizität

Diese Lektion behandelt die Rolle des Adaptionsprozesses für Lernen und Verhalten. Wenn dieser Reifeprozess blockiert ist, können Kindern nicht aus Fehlern lernen, Unzulänglichkeiten überwinden oder von Korrektur profitieren. Aggression kann in diesem Kontext am besten verstanden werden. Das Material beleuchtet die Schwierigkeiten, die wir mit nicht  adaptiven Kindern haben und zeigt neue Wege auf. Kinder müssen mit intakten adaptiven Funktionen zur Schule kommen, damit Unterrichtbarkeit entstehen kann.

 

Lektion 3:

Unterrichtbarkeit und das sich entwickelnde Gehirn: Problemlösung, Selbstdisziplin und die Fähigkeit, gemischte Gedanken und Gefühle zu verarbeiten

In diese Lektion geht es um die Rolle des Integrationsprozesses für Lernen und Verhalten. Der Schlüssel für das Verständnis dessen ist die Rolle der Großhirnrinde und des Corpus callosum (Hirnbalken). Wir stolpern über die Defizite, die von einer mangelnden integrativen Fähigkeit herrühren, wenn wir nicht deren Ursache verstehen. Wiederum braucht ein Kind ein Minimum an integrativen Fähigkeiten, die benötigt werden, damit Unterricht zu Lernen führen kann.

 

Lektion 4:

Unterrichtbarkeit und das Herz: Entwicklungsblockaden und Panzerung

Diese Lektion beschäftigt sich mit der Rolle der Emotionen für Lernen und Verhalten. Wenn die Verletzlichkeit zu groß wird, beeinflusst die daraus resultierende Flucht vor Verletzlichkeit die Entwicklung genauso wie Lernen und Verhalten. Die Auswirkung auf die Unterrichtbarkeit ist tiefgreifend.

 

Lektion 5:

Unterrichtbarkeit und Beziehung Teil I

Unterrichten aus der Kraft der Bindung und der Wunsch, gut zu sein Das unreife Kind ist nicht in der Lage, außerhalb seines Bindungskontextes unterrichtet zu werden. Der ermächtigende Effekt von Schüler-Lehrer-Beziehungen wird betrachtet. Diese Lektion erklärt, warum es so schwer ist, Alpha-Kinder zu unterrichten und wie die Dynamik des Gegenwillens den Lernprozess lähmt. Die Dynamik der Gleichaltrigenorientierung wird eingeführt und deren sabotierende Auswirkung auf die Unterrichtbarkeit heutiger Schüler.

 

Lektion 6:

Unterrichtbarkeit und Beziehung Teil II:  Wie Bindung sich entwickeln soll und  was sie behindert

Diese Lektion betrachtet, wie sich Bindung entwickeln soll und wie die Beziehungsfähigkeit die sechs Stufen der Bindung benötigt, um sich voll entfalten zu können. Ein Verständnis, wie Bindung sich entwickelt und was diese Entwicklung behindert, ist der Schlüssel gesunde Schüler-Lehrer-Beziehungen zu pflegen. Außerdem wird die Rolle von Nähestreben für Lernen und Verhalten betrachtet.

 

Lektion 7:

Unterrichtbarkeit durch Bindung aufbauen – die Bindungszurückhaltung von Schülern überwinden und einen Kontext von Verbindung kultivieren

Das Material bezieht sich auf die Konstrukte von Sammeln, Überbrücken und Matchmaking – Bindungen vermitteln. Vorschläge, um Schüchternheit und konkurrierende Bindungen sowie Gleichaltrigenorientierung zu überwinden. Das Material eignet sich, funktionierende Beziehungen mit einzelnen Schülern zu entwickeln, genauso wie einen Kontext für Verbindung im Klassenzimmer und in der Schule zu kultivieren.

 

Lektion 8:

Unterrichtbarkeit bei entwicklungsblockierten Kindern aufbauen

Entwicklungsblockaden werden als Hauptursache für Lern- und Verhaltensprobleme betrachtet. Blockiert sein in der Entwicklung macht konventionelle Disziplin ineffektiv, sogar kontraproduktiv. Alternative Methoden, mit problematischem Verhalten umzugehen, werden vorgestellt. Sechs Wege, Entwicklungsblockaden zu kompensieren, werden aufgezeigt. Vorschläge, Schüler zu beschützen und ihre Herzen weich zu halten, werden gegeben. In dieser Lektion werden die Schlüssel für mitfühlende und rücksichtsvolle Schüler betrachtet und wie sich dieser bindungsbasierte Entwicklungsansatz von anderen Ansätzen unterscheidet.

Anmeldungsdetails

Die Kursgebühr für die Einzelanmeldung beträgt 390,- €, Erziehungspartner 195,- €, Wiederholer 190,- € und für Gruppen ab sechs Personen reduziert sich die Kursgebühr auf 300,- €.

In der Kursgebühr enthalten ist ein 6-monatiger Zugang zum virtuellen Campus und somit zum Videokurs, dem Material und dem Forum und vielen weiteren unterstützenden Materialien.

 

Gebühren für Vor-Ort-Kurse der Neufeld-Kursleiter werden von diesen individuell festgesetzt und können variieren.

 

Kurskoordination

Michael Miedaner, MMiedaner@neufeldinstitute.de & Ute Weder-Jannaschk, uweder@hotmail.de

 
 
 
 
 
 

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